MARIS, BERNARD (2006)

Antimanuel d'économie. 2. Les cigales

Rosny, Édition Bréal, 384 Seiten

bilder/Bi3-Maris-2006.gif Seinem Ruf als Freischütz der französischen Wirtschaftswissenschaften wird Bernard Maris auch in seinem zweiten Band des Anti-manuel d'économie vollauf gerecht. Mit scharfer Munition kämpft darin das frühere Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates von ATTAC gegen den neoliberalen Mainstream. Nach dem ersten Band, der - in bester französischer Fabeltradition - den Ameisen gewidmet war, lässt Maris hier nun die Heuschrecken zirpen: Was wäre denn, wenn die fleißige Ameise ohne die verschwenderische, vergnügungssüchtige, stets zu einem lustigen Lied aufgelegte Heuschrecke gar nicht so effizient wirtschaften könnte? Was wäre, wenn unsere herkömmlichen Reichtums- und Forschrittsindikatoren nur ein verfälschtes Bild der Wirklichkeit gäben? Was wäre, wenn Sigmund Freud für das Verständnis der kapitalistischen Funktionsprozesse nicht minder wichtig wäre als - sagen wir - Milton Friedman? Das mit spitzer Feder geschriebene, etwas andere Lehrbuch zeigt auch in seiner ganzen Aufmachung die Differenz, die den Wirtschaftswissenschaftler Bernard Maris von seinen klassischeren Kollegen trennt. In dem Buch wimmelt es nicht nur von Zitaten und Textauszügen aus Werken, die nicht eben zum klassischen Kanon der Wirtschaftswissenschaften gehören, sondern auch von Bildern, Photos, Karikaturen, die das (zumindest scheinbar) Spontanistische und Bilderstürmerische dieses eigentümliche Vademecums nur noch unterstreichen.

© passerelle.de, April 2007 

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